Baudarlehen
Niedrigzins mit Forward- Darlehen sichern
Wer in die eigene Immobilie investieren will, entschließt sich zu der wohl größten finanziellen Aktion in seinem Leben. Die Baufinanzierung gehört zu den langfristigen Finanzgeschäften und Laufzeiten von bis zu 20 Jahren oder mehr sind dabei keine Seltenheit. Die Abzahlung des Darlehens steht dabei in direkter Abhängigkeit zum vereinbarten Tilgungssatz. Je höher dieser gewählt wird, desto kürzer gestaltet sich die Laufzeit eines Immobilienkredits.
Möglich sind aber auch, insbesondere wenn sich der Bauzins zum Zeitpunkt der Finanzierung hoch gestaltet, kürzere Laufzeiten. Nach Beendigung ist dann meist auch noch eine relativ hohe Restschuld übrig und eine Anschlussfinanzierung wird nötig.
Dann stehen für den Eigenheimbesitzer Verhandlungen über den neuen Zinssatz mit dem Geldgeber des Erstdarlehens an.
Wichtig ist dabei, sich rechtzeitig Vergleichsangebote anderer Banken oder Finanzdienstleister zu besorgen, um einen Konditionenvergleich vornehmen zu können. Denn nicht immer erweisen sich die Optionen der Hausbank mit ihren Verlängerungsangeboten (Prolongation) als besonders vorteilhaft.
Was die wenigsten wissen: nach Ablauf der Zinsbindungsfrist ist ein Bankenwechsel mühelos möglich und die dabei unter Umständen entstehenden Kosten liegen weit unter dem, was man an günstigeren Konditionen bei anderen Geldgebern einsparen kann.
Außerdem kann der Darlehensnehmer, der eine Zinsbindung von mehr als zehn Jahren mit seiner Bank vereinbart hat, die gesetzliche Möglichkeit nutzen, nach einer Vollauszahlung des Baudarlehens aus dem Vertrag auszusteigen.
Wer sich den günstigen Bauzins schon für die in der Zukunft liegende Anschlussfinanzierung sichern will, muss nicht tatenlos zusehen. Vielmehr gibt es die Möglichkeit, ein Forward- oder Vorratsdarlehen in Betracht zu ziehen.
Zunächst wird ein herkömmliches Annuitätendarlehen mit einem fest vereinbarten Zinssatz abgeschlossen. Dieser Baukredit wird nicht sofort ausgezahlt, sondern erst zu einem festgesetzten Zeitpunkt in naher Zukunft, um dann das bestehende Darlehen abzulösen.
Jedoch sollte man beachten, dass die Umschuldung dann auch zu den vereinbarten Konditionen vorgenommen werden muss, ohne dass Rücksicht auf eine andere Entwicklung der Zinshöhe zum Umschuldungstermin genommen werden kann.
Als sinnvoll erweist sich ein Forward-Darlehen, wenn ein Erstkredit innerhalb der kommenden 12 bis 60 Monate ausläuft und sicher mit ansteigenden Zinsen gerechnet werden muss.
Um von den besten Konditionen profitieren zu können, sollte man sich rechtzeitig mit seiner Hausbank in Verbindung setzen und Konkurrenzangebote hinzuziehen, um vielleicht ein attraktives Verlängerungsangebot offeriert zu bekommen.